Microsoft hat begonnen das neueste Windows-10 Funktionsupdate (unter dem Namen Oktober-Update Version 1809) über die Windows-Update-Funktion zu verteilen.
Zwei Mal pro Jahr gibt es eine neue Version von Windows 10. Nach dem April Update steht nun das Herbstupdate an. Die Vorabversionen waren für ganz Eilige über das Windows Insider Programm schon länger zu haben und man konnte viele Neuheiten ausprobieren. Trotzdem kann es aber noch dauern, bis das Update bei Ihnen aufschlägt, denn die Verteilung verläuft in Wellen. Welche Neuerungen drinstecken und was sie taugen, klären wir in folgendem Beitrag.

Es gibt neue Funktionen, die kommen immer gut an. Es greift dafür tief ins System ein – und kann damit auch für Fehler sorgen. Die Folge: Verzweifelte und erboste Windows-Nutzer berichten über Probleme. Wenn Sie betroffen sind, folgen Sie dem Link: Probleme und Lösungen für das Oktober-Update

Nachdem Microsoft die anfänglichen Versuche aufgegeben hat, jedem Update einen Schwerpunkt aufzuzwängen, etwa um „kreative“ Kunden anzusprechen, liefert das Oktober-Update frische Funktionen für alle Nutzergruppen. Android-Nutzer etwa sollten einen Blick auf die neue Windows-10-App „Ihr Smartphone” werfen. Einmal eingerichtet, greifen die darüber direkt vom PC aus auf ihr Smartphone zu, um dort gespeicherte Fotos abzurufen, SMS zu lesen oder zu beantworten. Dabei landen keine Daten auf den Servern von Microsoft, wie der Hersteller verspricht. Mit iOS-Geräten klappt die Verknüpfung von Handy und Windows zwar ebenfalls, aufgrund der Einschränkungen durch Apple, profitieren iPhone-Besitzer aber kaum davon.


Windows aufräumen und Stromfresser identifizieren
Nützlich für Notebook-Nutzer ist die Option, endlich mit Bordmitteln Stromfresser ausfindig zu machen. Dazu hat Microsoft im Task-Manager die Spalten „Stromverbrauch” sowie „Stromverbrauch (Trend)” ergänzt. Wer regelmässig mit Platzproblemen zu kämpfen hat, sollte in den Einstellungen unter System und Speicher die Speicheroptimierung (Storage Sense) aktivieren. Einmal eingeschaltet, löscht sie selbstständig temporäre Dateien sowie alte Downloads und leert den Papierkorb, sobald der Speicherplatz knapp wird. Mit dem Oktober-Update nimmt sich die Funktion jetzt auch offline gespeicherte OneDrive-Dateien vor, wenn man diese für eine bestimmte Zeit nicht geöffnet hat. Die Option erscheint allerdings nur, wenn in den OneDrive-Einstellungen die Option „Dateien bei Bedarf“ aktiviert ist. Wer mit Startproblemen durch Windows-Updates zu kämpfen hat, erhält die Möglichkeit, die fehlerhaften Updates in den erweiterten Startoptionen zu löschen.


Dark-Mode und mehr
Wer die dunkle Optik noch nicht kennt, öffnet die Einstellungen von Windows, klickt auf Personalisierung, Farben und unter „Standard-App-Modus auswählen“ auf Dunkel. Den Dark-Mode hat Windows 10 zwar schon länger, aber noch lange nicht durchgängig im kompletten System. Mit dem Oktober 2018 Update kommt ein Dark Mode für den Explorer dazu. Im Explorer selbst lässt er sich aber nicht ein- und ausschalten, vielmehr übernimmt er die Vorgaben des Systems. Mit „HEIF” unterstützt Windows 10 nun auch das durch Apple populär gewordene Bildformat.


Verbesserungen in Microsoft Edge, Notepad und Windows Hello
Im Herbst-Update hat Microsoft einige Verbesserungen für Microsoft Edge untergebraucht. Dazu gehören unter anderem individuell wählbare Farbschemen für die Leseansicht, eine Fokus-Assistent, neue optische Effekte oder eine komplett überarbeitete Menü-Struktur. Nutzer mit HDR-fähigen Monitoren freuen sich über detailliertere Anpassungsmöglichkeiten. Der Browser kann jetzt für einzelne Webseiten Autoplay-Einstellungen separat setzen. Ausserdem wurde die Darstellung von PDF-Dateien in Edge optimiert. Beim Lesen kann man Schlüsselbegriffe direkt im Browser nachschlagen. Notepad sucht besser, zoomt schneller und zeigt Zeilen- und Spaltennummern an. Die biometrische Anmeldung über Windows Hello klappt jetzt auch im Remote Desktop, das dürfte vor allem für Firmen praktisch sein. Mehr Sicherheit gibt es auch, der Application Guard (Isoliertes Browsen) wurde überarbeitet und lässt sich jetzt einfacher aktivieren.


Neues Screenshot-Tool
Das Snipping Tool ist schon lange eine gern genutzte Dreingabe von Windows. Im Herbst kriegt Windows 10 aber ein neues Screenshot-Tools namens Screen Sketch (dt. Ausschneiden und skizzieren) verpasst. Per [Windows] + [Shift] + [S] werfen Sie das Tool an, dann können Sie einen Ausschnitt wählen oder alternativ den kompletten Bildschirm abfotografieren. Nach Aufnahme des Screenshots zeigt Windows 10 eine kurze Minivorschau an, so wie man es auf Smartphones kennt. Auch Nachbearbeiten lassen sich die Screenshots auf Wunsch im neuen Tool.


Copy-and-Paste über die Cloud
Die Zwischenablage unter Windows funktioniert immer noch so wie vor 30 Jahren. Endlich schraubt Microsoft an der Copy-and-Paste-Funktion. Per [Windows] + [V] öffnet sich die neue Zwischenablage. Vorteil 1: Sie bietet einen Übersicht über zuletzt kopierte Elemente und erlaubt die einfache Auswahl. Praktisch, wenn man mehrere Elemente öfter kopieren muss.
Vorteil 2: Beliebte Elemente lassen sich festpinnen. Vorteil 3: Mit einer Sync-Funktion kann man kopierte Elemente von einem Windows-Computer auch auf anderen Systemen nutzen. Bisher waren für diese Art von Funktionen Zusatz-Tools wie Ditto nötig.


Kalender mit verbesserter Suche
Der integrierte Kalender in Windows 10 wird von vielen Nutzern nur links liegen gelassen. Im Windows 10 Oktober 2018 Update wird deshalb die Suche verbessert. Ereignisse kann man jetzt nicht nur über den Namen finden, sondern auch Orte, Teilnehmer oder Stichwörter in der Beschreibung lassen sich aufspüren. Suchtreffer hebt der Kalender dann klar hervor, während andere Ereignisse ausgegraut werden. Leider funktioniert die aufgebohrte Suche noch nicht für alle Formate. Durchforsten lassen sich Konten für Outlook, Hotmail, Live and Office 365. Zimbra, Exchange Server, Gmail, Yahoo und andere IMAP-Kalender bleiben bisher noch aussen vor.


Tabs für Windows sind rausgeflogen
Nicht alle geplanten Neuheiten haben es ins fertige Release geschafft. Tabs im Explorer waren auch ein lange gehegter Wunsch vieler Windows-Nutzer. Microsoft hatte für das Windows 10 Oktober 2018 Update bereis an einer Tab-Funktion gearbeitet: Doch die sogenannten Sets gehen weit über Tabs im Explorer hinaus. Vielmehr stellen sie eine grundlegende Änderung für die Arbeitsweise mit Windows dar, denn die klassische Trennung zwischen einzelnen Programmen wird damit aufgehoben. Windows soll mit Sets nämlich nicht nur Fenster eines Programms bündeln, sondern mehrere Programme sollen in einem Fenster landen. Über Tabs wird zwischen den Anwendungen gewechselt. Die Idee dahinter: Alles, was zu einer grösseren Aufgabe oder einem Projekt gehört, soll an einem Ort stattfinden. Doch aktuell sind Sets wieder verschwunden und im Herbst-Update stecken keine neue Tab-Funktionen.


Alle Details zum Oktober-Update finden Sie auch als Bilderstrecke auf www.computerbild.deNichts Spannendes für Sie dabei? Keine Sorge: Unter dem Codenamen „19H1“ schraubt Microsoft bereits am nächsten Windows-Update, das im April 2019 erscheinen soll.


Saturday, October 6, 2018







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